Call
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Die Weltordnung scheint in Bewegung und offeriert sich der europäischen Perspektive komplexer und schwerer zu erfassen als jemals zuvor seit dem sogenannten Aufstieg des Westens.Die Europäische Union hat versucht, strukturell und institutionell auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren und auch ihre außenpolitische Dimension sukzessiv zu vergemeinschaften – die GASP war ein ambitioniertes Ziel, gilt Außenpolitik doch als Domäne der Nationalstaaten.

Im gegenwärtig dauerhaften Krisenmodus scheint dieses Diktum seine Gültigkeit zu bewahren. Innere und äußere Konflikte wirken lähmend und die Union scheint keine adäquaten Konzepte für ihre Probleme generieren zu können.

So wirkt die Zerstrittenheit der Mitgliedstaaten in der aktuellen Flüchtlingsdebatte ambivalent gegenüber dem einst positiven Beispiel der Europäischen Nachbarschaftspolitik. Zudem zeigen die Ukrainekrise oder der Syrienkonflikt, dass auch in klassischen außenpolitischen Politikfeldern nationale Vorgaben, Interessen und Aktionen die Handlungen bestimmen und den Spielraum einer gemeinsamen Politik begrenzen. Einstige Sonderbeziehungen wie das Mercosur-EU-Verhältnis scheinen ebenso im Sande verlaufen zu sein wie die Bildung eines eigenständigen Machtblocks im internationalen Staatensystem, welche sich durch Normgenese und internationale Standards definierte.

Paradoxerweise wirkt die EU in ihrem Außenverhalten weder wie eine Normative Power/ Zivilmacht, noch scheint sie sich zu einem vollwertigen Akteur inklusive realpolitischer Handlungskapazitäten entwickelt zu haben. Ihre prägende Wirkung ist in vielen Strukturen, Standards und Prozessen jedoch nicht zu unterschätzen. Die enge Verzahnung europäischer Staatlichkeit bewirkt eine Amalgamierung nationalstaatlicher Politik, welche zumindest implizit die europäische Perspektive widerspiegelt und die Interessen der Gemeinschaftsorgane weder ignorieren noch umgehen kann. EU-Außenpolitik kann mehr sein als nur bilaterale Beziehung zwischen der EU und Drittstaaten, sie erscheint vielmehr als ein multidimensionales und vielschichtiges Instrument. Sie oszilliert zwischen Werten und Interessen, findet in den verschiedensten Politikfeldern Ausdruck und bedient sich dabei einer Vielzahl von Mitteln. Und während in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik nach wie vor die Interessen der Mitgliedstaaten entscheidend sind, können supranationalen Elemente in anderen Feldern wie der internationalen Wirtschafts- und Umweltpolitik stärker Wirkung entfalten.

Der Call umfasst ein breites Spektrum europäischer Politikfelder. Wie ist letztlich die Rolle und Politik der Europäischen Union in den Internationalen Beziehungen zu bewerten, in welcher Weise kann sie wirkungsmächtig tätig werden? Ist die EU durch ihre Struktur zwangsläufig gelähmt oder bietet sie ein supranationales Korrektiv? Verliert Europa den Anschluss oder erfindet es sich neu vor einem postkolonialen Hintergrund? Entwickelt sich eine gemeinsame Europäische Außenpolitik zu einer Chimäre, welche durch die Proklamation eines Endes der Geschichte beschworen wurde oder ist sie weiterhin eine progressive Perspektive? Wie sind ihre positiven Elemente zu bewerten?

  • Struktur

    Welchen Einfluss hat die interne Struktur der EU auf ihre außenpolitische Wirkung? Würde eine weitere Institutionalisierung der GASP die außenpolitische Wirkung der EU stärken? Oder ist die Struktur zweitranging gegenüber den Zwängen des internationalen Systems?

  • Länder/Regionen

    Welche Politiken verfolgt die EU gegenüber China/Russland/den USA/dem Nahen Osten/der Arktis etc.? Lassen diese Beziehungen auf bestimmte außenpolitische Muster der EU schließen?

  • Identität

    Welches Selbstbild vertritt die EU in ihrer Außenpolitik? Wie kreiert sie dieses Bild und wie wirkt dieses auf sie selbst zurück? Wie sehen nicht-europäische Akteure die EU? Welche grundlegenden Identitätskonstruktionen lassen sich in bestimmten außenpolitischen Handlungen erkennen?

  • Policy

    Wirtschaft, Umwelt, GASP , Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingshilfe, Europäische Nachbarschaftspolitik, Menschenrechtspolitik: diese und andere außenpolitische Handlungsfelder laden aufgrund aktueller Entwicklungen zu anregenden Diskussionen ein.

  • Macht

    Welche Formen von Macht kann die EU ausüben? Wie nutzt sie diese außenpolitisch? Wie steht ökonomische, politische, militärische Macht zu struktureller, diskursiver oder weicher Macht?

  • Zukunft

    Welche zukünftige Rolle kann die EU einnehmen? Welche Reformen erscheinen sinnvoll? Sind die Vereinigten Staaten von Europa ein ernstzunehmendes Zukunftsmodell?

Wann
und
Wo?

16. – 18.März 2016 Universität Trier

Einsendeschluss ist der 15. Februar 2016

Bitte sendet uns eure Abstracts mit nicht mehr als 800 Wörtern per Mail zu. Das Abstract soll Namen, akademischen Grad, Universität und Email-Adresse des Autors oder der Autorin sowie den Titel des Vortrags inkl. maximal fünf Schlüsselwörter enthalten.

Dieser Call richtet sich ausschließlich an BA-, MA- und Promotionsstudierende. Forscher, die ihren Doktortitel bereits erhalten haben, können nicht teilnehmen. Bitte schickt eure Abstracts an:

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Die Tagung soll Studierenden und Promovierenden ein Forum bieten, um ihre wissenschaftlichen Ideen zu präsentieren und vor einem Fachpublikum zu diskutieren.

Wir suchen Studierende und Promovierende, die sich dem Thema theoretisch und/oder empirisch auf verschiedenste Weise nähern wollen. Besonders möchten wir auch zu alternativen Vortragsformen wie z.B. Video-/Bildvorträgen ermutigen. Da die Tagung eine sozialwissenschaftliche Ausrichtung hat, begrüßen wir Beiträge aus dem gesamten Feld: Politikwissenschaft, Soziologie, Ethnologie, Gender Studies, Rechtswissenschaften, Ökonomie, Geschichte, Geografie etc.

Wer
und
Was?
Registrierung
und
Travel Grant

Online-Anmeldung

Ihr könnt euch über das folgende Formularfeld anmelden:

http://goo.gl/forms/KEPIZC4RTI

Einmalig (14 Euro)

Zur Kostendeckung müssen wir Nicht- DNGPS-Mitgliedern um einen Konferenzbeitrag von 14 Euro bitten. Darin enthalten ist die Teilnahme an den Vorträgen und Workshops der Konferenz (u.a. vom Barbara Budrich Verlag).

DNGPS-Mitgliedschaft (14 Euro jährlich)

DNGPS-Mitglieder haben freien Zugang zur Konferenz! Der Jahresbeitrag beträgt 14 Euro und beinhaltet zahlreiche exklusive Pakete. Noch kein Mitglied? Werde eines! 

Travel Grant

Vortragende haben die Möglichkeit im begrenzten Rahmen ihre Reisekosten abzusetzen. Fragen zur Teilnahme, Registrierung und Travel Grant, richtet ihr an: info@dngps.de
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Studentisches Wissen besser nutzen!

2011 an der Uni Osnabrück gegründet, hat die DNGPS ihr Netzwerk bundesweit und international ausgebaut. So sind wir regelmäßig auf Wissenschaftskonferenzen im In- und Ausland vertreten, setzen eigene Projekte und Veranstaltungen um oder arbeiten lokal mit Universitäten zusammen.

  • 120+

    Mitglieder

  • 4

    Fachtagungen

  • 8+

    Orts- und Arbeitsgruppen

Was
ist
die
DNGPS?
Programm

Unsere Fachtagung vom 16.-18. März an der Universität Trier beginnt am Mittwoch um 13 Uhr und endet am Freitag mit einem gemeinsamen Frühstück. Am 17.3. findet außerdem unsere jährliche Mitgliederversammlung statt.

Als besonderes Highlight konnten wir auch dieses Jahr wieder Barbara Budrich vom gleichnamigen Verlag gewinnen, die einen exklusiven Workshop geben wird. Die Keynote wird Dr. Siegfried Schieder halten. Wir würden uns freuen, euch in Trier begrüßen zu dürfen. Für DNGPS-Mitglieder ist die Teilnahme an Tagung und Workshop natürlich kostenlos.

Nicht-Mitglieder sind natürlich auch herzlich willkommen, werden aber gebeten, einen Unkostenbeitrag von 14 Euro zu leisten, welcher bar vor Ort zu leisten ist. Natürlich kann damit auch direkt eine Mitgliedschaft erworben werden. Um uns einen besseren Überblick zu geben, möchten wir euch bitten, euch über dieses Formular anzumelden.

REGISTRIERUNG BEGRÜßUNG UND EMPFANG (Mittwoch, 16. März 2016)

13 – 14:30 Uhr
Raum A9/10
Panel 1: DIE EU IN DEN INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN - DIE GASP (15:30 - 17:30 Uhr, Raum A9/10)

Vera Pober (Universität Wien)

Möglichkeiten und Grenzen einer gemeinsamen Außenpolitik am Beispiel der europäischen Mittelmeerpolitik

Nelly Bubenheim (Universität Trier)

Macht oder Ohnmacht der EU: Die GASP und ihre Strategie

Jonas Hirt (Universität Freiburg)

Die visuelle Repräsentation von Flüchtlingen in
Deutschland und ihre Bedeutung für die
Europäische Union
Dr. Siegfried Schieder (Keynote)

EUROPA AUF KOLLISIONSKURS: KONFLIKTE, KRISEN UND AUSWEGE

18 Uhr, Raum A9/10

Donnerstag, 17. März 2016
Panel 2: PHÄNOMENE EUROPÄISCHER TRANSFORMATION (9 - 11 Uhr, Raum A9/10)

Lorenz Neuberger (Universität Konstanz)

Contemporary Asylum Policies between Human Rights Advocacy and Responsibility Outsourcing: The Cases of Australia, Canada, and Germany

Aziz Elmuradov (Universität Stuttgart)

The Rise of Russo-phobia in the West and its implications for international security agenda

Lille Királyfy (Universität Göttingen)

The Role of Islam in the Political Discourse of Far-right Parties in the Context of the so-called ‘Refugee-Crisis’.
Panel 3: DIE EUROPÄISCHE UNION ALS AKTEUR IN DEN INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN (11 - 13 Uhr, Raum A9/10)

Jessica Nuske (Universität Bremen)

The hidden potential – The EU and the South China Sea Conflict. Why a new strategy would benefit the EU’s approach towards the Asian-Pacific Region

Carolina Kiesel & Simon Lenhart (Universität Köln)

Klima-Wald-Energie: Europäische Umwelt- und Klimapolitik in Brasilien

Daniel M. Mayerhoffer (Universität Bamberg)

Gemeinsam stark oder individuell erfolgreich? Diskussion der Vorteilhaftigkeit einer gemeinsamen EU-Außenpolitik im Kontext
dynamischer Verhandlungen zur Lösung von Konflikten und Krisen
WORKSHOP BARBARA BUDRICH (14 - 16 Uhr, Raum A11)
Panel 4: PERSPEKTIVEN AUF KRISENDYNAMIKEN (16 - 18 Uhr, Raum A9/10)

Simon Bein (Universität Regensburg)

Entscheidungsstrukturen im Krisenmodus der Europäischen Union und die Bedeutung informeller Konsensbildung

Paula Beger (Universität Leipzig)

Europa in der Migrationskrise – ein vorhersehbarer Systemfehler?

Pascal Kersten (TU Darmstadt)

Europa und die Politik des Krisenmodus-Zwischen Handlungsfähigkeit und Ohnmacht
MITGLIEDERVERSAMMLUNG DNGPS (18-20 Uhr, Raum A9/10)
Freitag, 18. März 2016
OFFENES FRÜHSTÜCK TREFFEN DER ARBEITSGEMEINSCHAFTEN (9.30-12 Uhr, Raum A9/10)

ABREISE

Ab 12 Uhr

Schreibt uns!

Habt Ihr Fragen, Kritik oder möchtet mit der DNGPS zusammenarbeiten? Dann schreibt uns einfach!

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