Grenzenlose Demokratie und ihre Grenzen

Im Rahmen des 27. wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), der vom 25. bis 28. September 2018 in Frankfurt am Main stattfinden wird, richtet die Deutsche Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft ein Nachwuchspanel aus. Angeschlossen an das Kongressthema werden bis zum 31. Januar 2018 Beiträge zum Thema „Grenzenlose Demokratie und ihre Grenzen“ gesucht.

Die Debatte um die Grenzen der Demokratie versammelt eine derart große Anzahl verschiedener Krisendiskurse und droht damit, unscharf zu werden. Zwischen der Demokratie und ihren Begrenzungen besteht ein konstitutives Spannungsverhältnis, das einer grundlegenden Diskussion bedarf. Der Kosmopolitismus entwirft die entgrenzte Demokratie als logische Konsequenz inter- und transnationaler Kooperation und Koordination im Zuge der Globalisierung. Selbst die Kritik an diesen Ansätzen spricht mit der „unendlichen Demokratie“ (Nancy) oder der „Demokratie im Kommen“ (Derrida) für eine Transzendierung nationalstaatlicher Grenzen in institutioneller, räumlicher und zeitlicher Hinsicht. Das Weltsozialforum plädiert seit Porto Allegre für die Demokratisierung einer anderen, möglichen Welt und auch der UN-Sicherheitsrat sieht sich zunehmend Forderungen nach demokratischer Einhegung ausgesetzt. Die neuere Kritik bemängelt nicht allein die fehlende Umsetzung demokratischer Werte, sondern betont die Unvereinbarkeit von Demokratie und Grenzenlosigkeit: Dass entgrenzte Märkte und Gemeinwesen die Demokratie in die Krise führen (Streeck) oder die Bereitschaft zur Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen durch kulturelle Fluidität verunmöglicht werde (Graf Kielmansegg), sind Schlussfolgerungen dieser Position. Ziel des Panels ist eine theoretische und empirische Bestandsaufnahme ebenso wie die Debatte dieses Spannungsverhältnisses zu ermöglichen.

Wie steht es um die Idee grenzenloser Demokratie? Wo stößt die Idee grenzenloser Demokratie an steuerungstechnische Grenzen? Welche Lösungsansätze bietet die Demokratietheorie für eine hochgradig interdependente Weltgemeinschaft? Wie ließen sich Konfliktlösungsmechanismen normativ und institutionell anlegen? Welche Chancen und Herausforderungen eröffnen Konzepte begrenzter Demokratie? Wie werden Forderungen nach der Öffnung und Begrenzung der Demokratie in gesellschaftlichen Konflikten artikuliert? Wie wirken sich gesellschaftliche Debatten um die Grenzen der Demokratie auf die politische Handlungsfähigkeit aus? Wie gestalten sich Prozesse der Öffnung und Schließung von Grenzen in verschiedenen Politikfeldern und Institutionen? Wie geraten Ansätze offener Demokratie mit den Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Konflikt? Wo schlagen emanzipative Prozesse der Öffnung in regressive Tendenzen um?

Wir als DNGPS freuen uns auf Eure Beitragsvorschläge (Abstracts inkl. Vortragstitel) mit maximal 300 Wörtern. Als Veranstalter eines Nachwuchspanels möchten wir besonders Bachelor-, Master- und Promotionsstudierende sowie junge Akademiker*innen bevorzugend behandeln und dazu ermutigen, ihre Vorschläge einzureichen. Bitte sendet Eure Beitragsvorschläge bis zum 31.01.2018 an: info@dngps.de.

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